Anträge

Antrag zu alters- und behindertengerechtem Wohnraum

Antrag der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen der Stadt Nortorf vom 16.6.2012

Ausbau alters- und behindertengerechten Wohnraums

Eine seniorengerechte Infrastruktur wird in den nächsten Jahrzehnten immer wichtiger werden. Nach dem Demograhiebericht der Bertelsmannstiftung von 2010 wird der Anteil der Menschen über 65 Jahre an der Bevölkerung Nortorfs sich bis 2030 mehr als verdoppeln.

Die Lebensentwürfe der älteren Generation unterliegen einem starken Wandel. Selbstständigkeit und Selbstbestimmung haben in unserer Gesellschaft einen hohen Wert. Traditionelle Pflege in der Familie ist genauso förderungswürdig wie eine unabhängige Bewältigung des Alltags. Letztere setzt jedoch barrierefreien und seniorengerechten Wohnraum voraus. Dieser ist in der Stadt Nortorf nachweislich nicht ausreichend vorhanden, die Nachfrage übersteigt bei Weitem das Angebot.

Möglichkeiten zu erarbeiten, um

  • die Errichtung eines Mehrgenerationenhauses und
  • einen Ausbau von altersgerechten aber auch behindertengerechten Wohnungen sowie
  • verschiedene Formen des betreuten Wohnens

zu realisieren.

Diese Wohnformen sollen zukünftig in der Bauleitplanung Vorrang haben, und die Vergabe oder der Verkauf städtischen Grundeigentums unter entsprechenden Bedingungen erfolgen.

Außerdem soll geprüft werden, welche der städtischen Wohnungen alters- und behindertengerecht und ob weitere stadteigene Gebäude zu gegebener Zeit zu Seniorenwohnanlagen umgebaut werden können. Es soll geprüft werden, welche Zuschüsse es hierfür z.B aus der Städtebauförderung geben kann.

Aufgrund der demographischen Entwicklung in Nortorf steigt der Bedarf an Einrichtungen für ältere Mitbürger und Mitbürgerinnen. Deshalb ist die Schaffung o.g. Möglichkeiten ein wichtiger Aspekt kommunaler Daseinsvorsorge und sollte vorrangiges Ziel im Rahmen des Wohnungsbaus oder bei der Vergabe von Baugrundstücken sein. Hierbei ist selbstverständlich die Nähe zu Einkaufsmöglichkeiten und ärztlicher Versorgung zu berücksichtigen.

Mit solchen Projekten wird sowohl älteren Mitbürgern und Mitbürgerinnen als auch jenen mit Behinderungen nicht nur die Möglichkeit gegeben, weiterhin in Nortorf wohnen zu können, sondern es können auch Arbeitsplätze im Einzelhandel und in den Bereichen Pflege, medizinische und soziale Betreuung und Service erhalten oder sogar neu geschaffen werden.

 

Angelika Bretschneider

(Fraktionsvorsitzende)